Die klanglich beste Schallplatte

Günter Pauler, Gründer und Motor von Stockfisch Records gilt weltweit als einer der besten Toningenieure. Manche sagen sogar, er sei der beste überhaupt. Nun hat der Klangmagier einen neuen Tonträger erfunden, der akustisch jede gepresste Schallplatte ins Abseits stellen will.

Feuertaufe: Die DMM Dubplate rotiert auf dem Redaktions-AVM 5.3

Für Freunde der Vinylschallplatte habe man einen neuen Weg gefunden, noch näher an den originalen Klang zu kommen, erläutert Pauler und führt an wie: „Wir schneiden das Musikprogramm auf kupferbeschichtete Edelstahlplatten – mit der identischen Technik, wie wir sie bei der DMM Überspielung für Presswerke einsetzen. Unsere DMM-Dubplate ist aus produktionstechnischen Gründen etwas größer als eine Vinyl- LP. Sie kann auf jedem Plattenspieler abgespielt werden und umgeht damit die deutliche Qualitätsminderung einer gepressten Schallplatte.“ Und weiter: Diese sei Folge der galvanischen Umformungsprozesse, des verwendeten Granulats, des Pressvorgangs, etc. Auf einer DMM-Dubplate dagegen gebe es keine Vorechos und kein Knistern. Das hochreine Phosphat-Kupfer habe nahezu kein Rillengeräusch und nur selten kleine Klicks.

Allerdings ist die DMM-Dubplate nur einseitig kupferbeschichtet und daher auch nur einseitig bespielbar. Die Dubplate könne mit dem üblichen Auflagedruck des Tonabnehmers abgetastet werden.

Wow, jede Dubplate ist also ein Unikat, denkt sich der Autor und zieht die beigelegten weißen Handschuhe an, um die DMM-Dubplate vorsichtig aus der Hülle zu befreien. Denn Körperschweiß auf der Kupferfläche hätte (nach Entfernen desselben) keine klanglichen Veränderungen, sehr wohl aber optische – das Kupfer würde halt ein wenig „anlaufen“. Ja, da bekommt selbst der ausgebuffte Profi feuchte Hände, als sich der Tonarm auf das Kupfer senkt. Zu hören ist quasi NICHTS in der Einlaufrille und dann tönt eine vertraute Stimme, die man so von der Schallplatte noch nicht kannte: Chris Jones intoniert die Hymne für Audiophile: No Sanctuary. Ohne Vorankündigung, denn tatsächlich gibt prinzipbedingt kein Vorecho.

Dem Umstand geschuldet, dass statt üblicher Störgeräusche, die jeder Analog-Fan so selbstverständlich hinnimmt wie das Vogelgezwitscher im Wald, nur das sanfte Rauschen des Phonozweigs zu vernehmen ist, dürfte der Pegelsteller beim ersten Rendevouz mit Paulers Power-Plate in der Regel zu weit aufgezogen sein.

Fünf Songs sind auf Volume Volume I der DMM Dubplate zu hören. Seien Sie, lieber Leser versichert, dass Sie noch nie in Ihrem Leben zuvor so eine Schallplatte hören durften. Selbst die (gepressten) Direkt-Schnitte aus der vordigitalen Zeit fallen dagegen schon fast bizarr ab.

Das HiFi & Musik Journal wird sich intensiv mit diesem neuen Tonträger befassen, weil ja auch die Frage geklärt werden muss, ob die Scheibe womöglich den Tonabnehmer schneller altern lässt. Und, by the way, wie verändert sich der göttliche Klang der Platte auf Dauer? Zwar ist der Preis für so eine Dubplate mit 678 Euro nicht gerade ein Sonderangebot, angesichts des Aufwands ist er aber auf jeden Fall gerechtfertigt. Zumindest eine dieser Wunderscheiben sollte sich jeder Fan sichern. Weitere Infos unter jpfeiffer@prixmedien.de

…und so wird sie hergestellt…

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