Transrotor Phono 8.2

Sie besitzen die allerfeinsten und teuren Gerätschaften und Liebe wie Leidenschaft gehören der analogen Platte. Sie wissen: Für den nächsten Qualitätssprung ist die Luft dünn und die Kosten immens. Schön, dass es (noch) Ausnahmen von diesem Regelwerk gibt.

Welche Händler trotzder Corona-Krise Transrotor bei Ihnen zuhause präsentieren, erfahren sie hier.

Gibt es, fragen aufmerksame Leser, eigentlich eine Korrelation zwischen Preis und Testurteil? Genießen – salopp formuliert – teure Geräte einen eingebauten Test-Bonus? In diesem Magazin können Sie ganz sicher sein, dass dem nicht so ist. Aus »Was-weiß-ich-was-für- Gründen« war ich bis vor Kurzem der Überzeugung, die zweiteilige, symmetrisch aufgebaute Phono-Stage von Transrotor koste knapp 15 000 Euro. Echte Symmetrie, also die komplette Verdopplung der Verstärkerzüge, da positive und negative Halbwelle separat verarbeitet werden, geht bekanntlich gehörig ins Geld. In vielen Fällen, so lehrt die Erfahrung, deuten symmetrische Anschlüsse, sogenannte XLR-Stecker und Buchsen, nicht unbedingt auf die »reine Lehre« hin – direkt hinter den großspu- rigen, professionell anmutenden Verbin- dungs-Stellen geht’s asymmetrisch weiter und am anderen Ende der Schaltung sorgt dann ein entsprechender Trafo für die Rück-Symmetrierung. Verstanden? Wenn nicht, ist auch nicht tragisch. Auf den Klang haben solche Übungen wenig bis überhaupt keinen Einfluss. Ganz einfach deshalb, weil die meisten Signalquellen asymmetrisch daherkommen. Betrachten Sie nun die feinen Anschlusskäbelchen, mit denen das Abtastsystem Ihres Plattenspielers mit dem Tonarm desselben verbunden sind … Rich- tig, es sind derer vier, zwei für jeden Kanal – ein hundertprozentiges, symmetrisches Signal also.

Was für eine Pracht, was für eine Fülle So entschied man sich im beschaulichen Bergisch Gladbach, dem Sitz der Analog-Legende Transrotor, für ein durch und durch symmetrisches Gerät. Inklusive der Anschlüsse, sowohl vom Plattenpieler am Ein- gang als auch nach sorgsamer Verstärkung und obligatorischer Entzerrung auch am Ausgang. Gerhard Weichler, von dem viele meinen, er sei einer der kundigsten Ana- log-Kenner dieses Universums, besorgte Entwicklung und Realisierung. Herausge- kommen ist eine Phono-Stage, die sich mit den Besten der Welt messen lassen kann: Dass die Stufe weder brummt noch rauscht, war von Transrotor sicher zu erwarten gewesen. Aber dass sie so ungemein klangfarbenstark, dynamisch, akzentuiert, selbstverständlich, zart und mächtig daher- kam – klaro, die Sache mit den vermeintli- chen 15000 Euro hatte hier ihre Ursache. Der Autor schätzte bis dato das MC-Phono- modul der ruhmreichen Cello Audio Suite – aber im Vergleich dazu wirkte der amerikanische Altmeister doch etwas rauer und konnte auch in seiner Paradedisziplin Dynamik weder auf- noch davonziehen.

Auf dem Teller des SME 30/2 rotierte die live im (Bauer-) Studio aufgenommene LP »Organ Explosion«. Zum ersten Mal senkte sich die Nadel des Transrotor Tamino, geführt vom Tonarm SME V, in die jungfräuliche Rille. So ähnlich muss sich wohl das Masterband von der Produktion anhören: keine wahrnehmbaren Platten-Artefakte, kein Knistern und ein Rauschen, das vielmehr an das des Bandes erinnerte. Sehr gering eben. Auf diesem feinen Teppich »standen« Orgel, Bass und Schlagzeug nicht nur wie angenagelt, sondern auch wie »live«. Mit Aufnahmen wie dieser, wo Besetzung, Instrumente und die gesamte Produktion das Machbare offerieren, gelingt die Illusion perfekt. Mit dem Phono 8.2 dürfen wir eine Komponente vorstellen, welche diese faszinierende Illusion beflügelt und – by the way – jede Investition in einen höchstwertigen Plattenspieler rechtfertigt. Der kann dann ruhig 15 000 Euro kosten. Schön, dass es in Wirklichkeit weniger als 3000 Euro sind….

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