Resolution Audio Cantata Music Center 3.0, C 50

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Das Cantata-Musiksystem von Resolution Audio gehört zu den seltenen HiFi-Anlagen, die audiophiles Wissen und seriöses Engineering gleichermaßen integrieren. Das zeigt sich bereits in seiner ungewöhnlichen Formensprache, die ästhetische Eigenständigkeit mit physikalischem Hintergrund verbindet. 

von Jürgen Schröder

Das komplette Paket aus C 3.0 und C 50 kostet 15.000 Euro

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Mit einem Programm bestehend aus lediglich drei HiFi-Baustei- nen will der kalifornische Hersteller Resolution Audio bewusst nicht jeden Kundenkreis bedienen – den an- spruchsvollen Musikhörer dafür jedoch kompromisslos. Dieser Grundsatz manifestiert sich in beiden hier vorgestellten Komponenten – dem digitalen Multiplayer und DAC-Preamp Cantata Music Center 3.0 sowie dem Vollverstärker Cantata C50. Wie ihr Name andeutet, sind beide schon länger erhältlich: Das Cantata Music Center debütiert jedoch in der gründlich überarbeiteten Ausführung 3.0.

Lange Produktzyklen setzen eine zeitlose Formensprache voraus. Was das angeht, dürfte das Cantata-Duo auch im neuen Jahrzehnt kaum altern. Sein ebenso elegantes wie außergewöhnliches Erscheinungsbild dient jedoch nicht allein der Retinapflege, sondern auch dem Klang. Nicht zufällig erinnert die Gehäuseoberfläche an die mikroskopische Darstellung einer Biegewellen-Membran, bei der sich unzählige, winzige Schwingungszüge ähnlich einer leicht bewegten Wasseroberfläche ausbilden. Ein eleganter Weg, stabile und abschirmende Metallgehäuse ohne das übliche resonante »Klong« zu fertigen. Denn durch die unterschiedlichen Materialdicken der aus einem Stück Aluminium gefrästen Chassis können sich Gehäuseresonanzen erst gar nicht ausbilden – womit klangschädliche Mikrofonie bereits im Ansatz entschärft wäre.

Das heißt jedoch, die komplette Elektronik einschließlich Stromversorgung »hängend« in die gefrästen Aluminiumblöcke zu mon- tieren. Ein weiterer klangfördernder Schach- zug: Die gemeinsame In-Chassis–Montage bewirkt im Betrieb eine gleichmäßige Erwär- mung sämtlicher Bauelemente – Temperatur- drift oder stundenlange Einspielzeit sind für das Cantata-Team damit ebenfalls kein Thema. Das Cantata Music Center 3.0 kombi- niert CD- und Netzwerk-Spieler sowie einen USB-fähigen DAC mit einem analogen Vor- verstärker. Dieser bietet auf Wunsch sogar zwei Hochpegel-Eingänge für analoge Ton- quellen – eine MC-taugliche Phono-Option ist ebenfalls in Arbeit. Praktisch: Da der inte- grierte Lautstärkesteller im Zusammenspiel mit dem Cantata C50 nicht benötigt wird, schaltet er sich in maximaler Position puristisch aus dem Signalweg. Automatisch erfolgt das, sobald beide Komponenten per Cantata Link miteinander kommunizieren: Dann obliegt die Lautstärkeeinstellung dem Cantata C50 – was selbstverständlich auch über die mitgelieferte, optisch eher unspektakuläre IR-Fernbedienung klappt. Der integrierte Netzwerk-Renderer zeigt sich zwar kompatibel zum allgemein verbreiteten DLNA- Standard, kann jedoch nur bedingt mit dem Bedienkomfort dedizierter Netzwerker auf­ warten. Daher bietet der hiesige Vertrieb Reson Audio optional eine komplette Musik­ serverlösung namens ra1s als ebenso benut­zerfreundliche wie audiophile Alternative an: Die verbindet sich mit dem Cantata Music Center 3.0 via USB­Eingang.

Beim Vollverstärker Cantata C50 han­delt es sich, salopp ausgedrückt, um einen durchweg analogen Leistungsverstärker mit Pegelsteller. Hochwertige Relais überneh­ men die Umschaltung der vier Eingänge, von denen zwei als symmetrische XLR­ Inputs ausgeführt sind. Das eher minima­ listische Schaltungskonzept des Cantata 50 ist maßgeblich vom britischen Verstär­ ker­Vordenker und DNM­Inhaber Denis Morecroft geprägt. Sichtbares Zeichen hier­ für sind beispielsweise die selbst ent­ wickelten T­Network­Siebelkos im Netzteil, die mit ihren getrennten Anschlüssen für Ein­ und Ausgangsstromkreis besonders bei hohen Frequenzen ein deutlich besseres Verhalten zeigen als herkömmliche Elkos. Typisch auch die speziellen Abstandhalter unter den Endtransistoren, die zur Vermei­ dung klangschädlicher Wirbelströme aus nicht leitendem Aluminiumoxid bestehen. Äußerst clever: Auch im Aluminiumchassis können die sich wegen der unebenen Beschaffenheit seiner Oberfläche kaum ausbilden.

Gemessen an beispielsweise Tonabnehmern fallen die klanglichen Unterschiede bei digitalen Tonquellen zwar hörbar, jedoch meist relativ gering aus. In seiner mehr als 30­jährigen HiFi­Laufbahn erlebte der Verfasser eigentlich nur zwei Ausnah­ men: Die eine war der sündhaft kostspielige Analog­DAC von MSB Technology, die zweite das kaum halb so teure Cantata Music Center – bemerkenswert dabei, dass beide auf Multibit­Wandler setzen.

Objektiv betrachtet, kennt niemand den tatsächlichen Inhalt einer Aufnahme. Doch abgespielt über das Cantata Music Center, stellte sich spontan die Gewissheit ein: »So klingt’s richtig.« Hörtest­übliche, quantitativ erfassende Begriffe wie etwa Timbre greifen hier nicht mehr: Die Beschreibung ist nur ganzheitlich möglich, wobei »Unmittelbar­keit« das klangliche Phänomen des Cantata Music Centers noch am ehesten charakteri­siert. Mit seiner wieselflinken, außergewöhn­lich transparenten Spielweise erwies sich der Vollverstärker Cantata C50 zudem als idealer Partner. Egal, ob die filigranen Soundland­ schaften bei Agnes Obels »Familiar« oder das fantastisch aufgenommene »Human Range« von Nils Frahm – Musik wiedergegeben über das Cantata­Gespann wirkte stets so, als hätte jemand endlich die eintrübende Schutz­ folie vom Display entfernt. Fürwahr – ein Fest für die Sinne.

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